E-Sport: IOC-Präsident möchte keine „Killerspiele“

Während diverse Entwickler und Publisher weiter für eine olympische Anerkennung des E-Sport kämpfen, erteilte der IOC-Präsident dem nun vorerst eine Absage.

Stellt euch vor, ihr habt eine Form der sportlichen Beschäftigung gefunden, die Videospiele einschließt, von Millionen und Milliarden angesehen wird und bei der es um mehr Geld geht, als beispielsweise beim Super Bowl oder der Fußball-Weltmeisterschaft. Und jetzt stellt euch vor, dass euch trotzdem keiner für Voll nimmt und eure Bemühungen belächelt, dass ihr nicht einmal als Sportler in andere Länder einreisen und an Turnieren teilnehmen könnt, bei denen es um Millionenbeträge geht. Kein schönes Gefühl, aber genau das, was der E-Sport seit Jahren erlebt. Zwar erkennen immer mehr Länder das kompetitive Videospielen als Sport an, bis zu einer vollen Anerkennung ist es aber noch ein weiter Weg. Vor allem in Deutschland, wo seit Jahren diskutiert wird, mit dem Ergebnis, dass E-Sport per Definition kein Sport ist, Schach und Darts aber schon, weil Gründe. Auf internationaler Ebene geht der Kampf dagegen oft schon einen Schritt weiter: E-Sport soll olympisch werden. Zuletzt fand zu diesem Thema eine vom IOC mitorganisierte Diskussion statt, jedoch ohne großen Fortschritt, wie sich nun zeigt.

Denn wie es aktuell heißt, wurde der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, nicht nur nicht überzeigt, er nutzt sogar noch längst überholte Klischees für seine Argumentation. So gab Bach zu verstehen, er wolle keine „Killerspiele“ bei den Olympischen Spielen sehen. „Wir können keine Spiele im olympischen Programm haben, welches Gewalt und Diskriminierung bewirbt“, so der IOC-Präsident während der Asian Games, auf denen E-Sport als Demo-Sport vertreten waren. „Sogenannte Killerspiele. Diese sind, aus unserer Sicht, nicht mit den olympischen Werten vereinbar und können folglich nicht akzeptiert werden.“ Das aktuelle Disziplinen, darunter Schießen, Fechten und Bogenschießen, ihren Ursprung im Töten von Menschen haben, relativiert Bach, der seines Zeichens selbst olympischer Fechter war. „Natürlich hat jeder Kampfsport seinen Ursprung in echten Kämpfen zwischen Menschen. Aber Sport ist die zivilisierte Ausdruckswiese dieser Kämpfe. Wenn du E-Sport hat, wo es um das Töten von anderen geht, ist das mit den olympischen Werten nicht vereinbar.“ Dies scheint vorerst auch für Disziplinen zu gelten, in denen das Töten nicht dazu gehört, wie Rocket League, FIFA, Street Fighter oder Heartstone.

Auch in Zukunft werden jene, die E-Sport olympisch machen wollen aber dennoch nicht aufgeben. Immerhin geht es nicht nur um erleichterte Visa, sondern auch eine Menge Geld und internationale Akzeptanz. Bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokyo werden wir aber definitiv noch keine Videospiele sehen.

Quelle: APNews

Meine Meinung: Mir würde es schon reichen, wenn E-Sport international als Sport akzeptiert würde, denn zu den Olympischen Spielen gehört es, ebenso wie Schach, wirklich nicht. Vor allem, weil unklar wäre, ob Sommer- oder Winterspiele, immerhin findet das Ganze in beheizten Innenräumen statt. Wie steht ihr zum Thema E-Sport?
Ihr wollt Readyplay unterstützen? Versucht es doch mal mit unseren Affiliate-Links für MMOGA (Link) und Amazon (Link). Ihr zahlt keinen Cent mehr, und wir erhalten eine kleine Provision. Vielen Dank im Voraus.


One Reply to “E-Sport: IOC-Präsident möchte keine „Killerspiele“”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.